Der 1964/1965 gebaute Abschnitt der Kaje 66 wurde als kombiniertes einfach verankertes Spundwandbauwerk mit Spundwandentwässerung und aufgesetztem Stahlbetonholm ausgeführt. Nach mehreren Havarien ist die Standfestigkeit der Kaje nicht mehr gegeben. Zuletzt wurde die Spundwand 2017 durch eine Havarie mit einem Autotransporter schwer beschädigt.

Die Baustelle liegt im Einfahrtsbereich der Weser zur Nordschleuse, die jährlich von etwa 2.000 Seeschiffen passiert wird, und ist somit von der Tide beeinflusst. An der östlichen Seite begrenzt die Kaje den Vorhafen der Nordschleuse. Der Fähranleger der sogenannten „Englandfähre“ liegt an der Spitze zwischen der Vorhafenzufahrt. Hier wurde der Fährverkehr zwischen Bremerhaven und Harwich bis 1982 abgewickelt. Im Rahmen des Neubaus der Kaje wird der Anleger zurückgebaut und der Anschlussbereich wird wieder hergestellt.

Der Neubau der Kaje wird als kombinierte Spundwand ausgeführt. Insgesamt werden auf einer Länge von 320 m 116 Tragbohlen mit Einzellängen von bis zu 43 m und 119 Füllbohlen in den Boden gerammt. Die Bohlen werden über Schrägpfähle und mit Hilfe von Rundstahlankern rückverankert. Der Bereich hinter der Spundwand wird im späteren Verlauf mit Sand verfüllt und die 4.000 m² große Oberflächenbefestigung wird dann wiederhergestellt und ist somit komplett erneuert.

Der erste Rammschlag für den Neubau der Spundwand ist gemacht. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen sein.